TCM-Städtefahrt
nach Nürnberg
Die neunte von Hermann Hoffmann organisierte Städtereise begann am Freitag vormittag mit der gemütlichen Anreise bei herrlichem Wetter über die Landstraße mit Zwischenstop in Weißenburg zu einem ersten fränkischen Mittagessen. Allgemeiner Treffpunkt war das Novotel in Nürnberg, verkehrsgünstig in der Nähe des Messegeländes gelegen. (Fast) alle waren pünktlich zur Stelle und Hermann führte die 16 Personen starke Gruppe mit deutlicher Verspätung zur nahe gelegenen U-Bahn-Station, von wo aus man in wenigen Minuten ohne Stress mit dem öffentlichen Verkehrsmittel direkt in die Innenstadt fahren konnte. Die geplante Stadtrundfahrt fand zwar ohne uns statt, aber Hermann gab sich souverän und flexibel und führte uns stattdessen durch die Innenstadt, wobei besonders die Damen schon mal einen ersten Blick auf interessante Produkte in den Auslagen riskierten und sich in einer für Männer unbegreiflichen Präzision Lage und Geschäftszeiten der vielen (zugegebenermaßen attraktiven) Geschäfte einprägten und für Samstag vormerkten.
Natürlich durfte man sich zwischendurch Kaffee und Torte im berühmten Cafe Kröll direkt am Marktplatz nicht entgehen lassen. Die Zeit verflog und schon war es Zeit für das Abendessen, für das in der ältesten Bratwurstküche der Welt "Zum Gulden Stern" Plätze reserviert waren. Die Nürnberger Spezialitäten (Würstel, saure Zipfel, Sauerkraut etc.) mundeten vorzüglich, auch wenn der Mann am Grill globalisierungskonform aus fernöstlichen Gefilden stammte. Eine fröhliche Runde in der hoteleigenen Bar schloss den ersten Tag ab.
Am Samstag starteten wir mit einem super Frühstück unseres Business-Hotels,
das für die Wochenenden mit günstigen Preisen eine bessere Auslastung
erreichen will und so auch für uns als Privatpersonen in Frage kam. Dann
ging es wieder mit der U-Bahn in die Innenstadt, wo uns eine historische Stadtführung
erwartete, die von unserem Fremdenführer mit Begeisterung und vielen kleinen
Geschichten aus dem mittelalterlichen Leben ausgeschmückt wurde. Leider
schaffte die Frankensonne am Samstag den Durchbruch nicht ganz und so zog es
bei den Anekdoten um den Burggrafen ganz schön über die Mauer seiner
ehemaligen Behausung. Die nächsten Stationen wie das Dürer-Haus, die
Sebalduskirche und die Lorenzkirche mit ihren einmaligen Kunstschätzen
lagen dann etwas geschützter. Einige Tennisler meinten, auf dem Rathausportal
eine antike Tennisspielerin zu sehen, was der Experte allerdings nicht bestätigen
konnte. Am Ende der wirklich hochinteressanten Ausführungen unseres Fremdenführers
mussten wir uns beeilen, den Mittagstermin im "Bratwurstglöcklein"
im Handwerkerhof einzuhalten, wo fränkische Spezialitäten und dazu
das süffige dunkle Bier oder ein Schoppen Frankenwein auf uns warteten.
Nach dem Essen machten wir einen Rundgang durch den Handwerkerhof und durchquerten dann die Altstadt, um gegen 15:00 Uhr das berühmte Nürnberger Spielzeugmuseum zu besichtigen. Luis Ströbl erwies sich als vorzüglicher Kenner des Museums und seines historischen Spielzeugs (nicht nur wegen seines Alters, sondern vor allem wegen seiner beruflichen Vergangenheit als künstlerischer Leiter bei Ravensburger Spiele). Er konnte so viel Interessantes über die Ausstellungsstücke erzählen, dass sich immer eine Traube von TCMlern um ihn scharten und er selbst die inzwischen auch für Jüngere spürbaren physischen Strapazen gar nicht zu bemerken schien. Anschließend fuhren einige Teilnehmer ins Hotel zurück, die anderen suchten die "im Gedächtnis markierten" Geschäfte auf, um die gewünschten Artikel und Mitbringsel zu erstehen. Abends erwartete uns im Hotel ein feudales Abendessen, dessen Bezeichnung allein schon etwas Besonderes darstellte: z.B. "Kalbsrücken auf Sauce Cafe de Paris' mit sautierten Champignons und Feinschmeckerreis" (da streikt selbst das Rechtschreibprogramm des Redaktions-PC).


Am Sonntag ließen wir es dann wieder gemütlich angehen, machten nach
dem Frühstück einen Stadtbummel und erklommen die Kaiserburg, um den
tollen Blick über das engere und weitere Nürnberg bei nun wieder super
Wetter streifen zu lassen. Bedarf an einer weiteren Führung bestand nicht,
weil die Burggärten und Wehranlagen bei herrlichem Sonnenschein einfach
mehr Anziehungskraft hatten. Ein fränkisches Mittagessen im Traditionslokal
"Steichele" war der letzte gemeinsame Programmpunkt. Die U-Bahn brachte
uns ein letztes Mal zum Hotel, von wo wir uns nach einem langen, ereignisreichen
und interessanten Wochenende zufrieden auf den Weg nach Hause machten.
Herzlichen
Dank an den unermüdlichen Hermann, der wieder mal nichts dem Zufall überließ
und dieses Jahr sogar den bei Oktober-Städtereisen offenbar unvermeidlichen
Regentag zu verhindern wusste.
Fotos von Hermann Hoffmann und Sigi Baumüller
