Super
Skifahrt zum Kronplatz
Wegen der Hochnäsigkeit der Zillertaler Pensionen,
bei denen reine Wochenendgäste nicht sehr hoch im Kurs stehen, hatte Hermann
Hoffmann den diesjährigen Skiausflug ins Zillertal bereits abgesagt, als
viele Clubmitglieder ihr Bedauern darüber zum Ausdruck brachten und immer
wieder bei ihm nachfragten.
Da war es ein
Glücksfall, dass Ingrid Riedmann von einer Skifahrt zum Kronplatz berichtete,
wo Wochenendgäste jederzeit willkommen sind. Hermann sprang also über
seinen Schatten und hängte sich ans Telefon, um kurzfristig noch ein Skifahren
zu organisieren. Dies gelang ihm für das zweite Wochenende im April (7.
bis 9.) und spontan sagten 13 Clubmitglieder zu. Nachdem keine Kinder und Jugendliche
gemeldet waren (die hatten in den bereits begonnenen Ferien wahrscheinlich schon
andere Pläne), konnte man preislich eine Kategorie höher gehen und
so gelang Hermann ein Glücksgriff. Unsere Zimmer waren reserviert im Drei-Sterne-Hotel
Saalerwirt in St. Lorenzen mit ausgezeichneter Ausstattung der Zimmer und einem
tollen Wellnessbereich mit finnischer und türkischer Sauna und das
in der Abgeschiedenheit der südtiroler Bergwelt. Zum Weiler gehört
ein Wallfahrtskirchlein, das früher Pilger zum Beten und zu stiller Einkehr
besucht hatten.

Wer es terminlich
einrichten konnte, war bereits am Freitag angereist und konnte zumindest den
halben Tag bei tiefblauem Himmel, der von keinem Wölkchen getrübt
wurde, und herrlichen Frühlingstemperaturen am Kronplatz Ski fahren, was
die Oberschenkel hergaben. Durch die ergiebigen Schneefälle dieses Jahres
und die Kunstschneeunterlage gab es bis zu den Mittelstationen idealen Schnee
und so mancher juchzte mit ausgestreckten Armen, während er die super präparierte
Piste hinuntersauste. Wer den Kronplatz von früher her kannte, wunderte
sich, dass man keine einzige Minute warten musste, um mit einem der komfortablen
Lifte mit hoher Geschwindigkeit wieder auf den fast auf jeder Seite zu befahrenden
Riesenberg transportiert zu werden. In wenigen Stunden konnte man locker an
die 50 Pistenkilometer zurücklegen, was dem Ungeübten dann allerdings
deutlich von seiner schmerzenden Muskulatur mitgeteilt wurde. Sehr anstrengend
waren insbesondere die Abfahrten bis ganz nach unten, wo der Schnee wegen der
hohen Temperaturen natürlich schon recht sulzig war.

So hatten es die
am Freitag schon so fleissigen Skifahrer am Samstag nicht mehr so eilig wie
die Neustarter, morgens auf den Kronplatz zu kommen, aber man vereinbarte einen
Treffpunkt, der von niemandem zu verfehlen war die Glocke auf dem Gipfel
des Berges. Auch am Samstag waren die Wetter- und Skifahrbedingungen wieder
ideal und manch einer erinnerte sich an den Hintertuxer Gletscher, auf dem bei
der Januar-Skifahrt vor einigen Jahren gut dreißig Grad weniger geherrscht
hatten und an ein Fahren ohne Extremausrüstung nicht zu denken war. Umso
mehr genoss man die Vorteile des April-Skifahrens ohne Mütze, Skibrille
und Wärmeunterwäsche. Darüber hinaus waren selbst die sonst so
vereisten schwarzen Pisten so griffig, dass sich einige über ihre Skilaufkünste
wundern konnten. Toll war auch, dass wir mit Ingrid Riedmanns Vater Helmut einen
ausgezeichneten Kenner der Region und einen überragenden Skifahrer in unserer
Gruppe hatten. Er kennt jeden Gipfel, jede Hütte, beinahe jeden Schneehaufen,
jede Sehenswürdigkeit und jedes lohnende Ausflugsziel am Kronplatz und
offenbar alle geschichtlichen Ereignisse und so musste keine Frage der interessierten
TCM-ler offen bleiben.

Zurück im Hotel
nutzten viele die Wellnesslandschaft in einer eigenen, toll ausgestatteten Hütte
am See, machten mehrere Saunagänge, legten sich bei Entspannungsmusik und
Tee vom Samowar auf die lederbezogenen Relaxliegen im Erholungsraum und beobachteten,
wie die Sonne sich langsam den schneebedeckten Berggipfeln zuneigte. Aufregung
(die dort eigentlich verpönt ist) gab es, als Walter Reichel verkündete,
in dem noch großteils zugefrorenen Weiher vor der Liegeterrasse schwimmen
zu wollen. Er schaffte es tatsächlich. Mit wenigen Schritten war er im
Wasser und schwamm mutig einige Züge in dem wenig über Null Grad kalten
Wasser, um anschießend das Kribbeln auf seiner Haut und den Beifall der
Zuschauer zu genießen.

Zurück im Haupthaus
roch es schon verführerisch nach Essen. Der Chef selbst kocht die leckeren
südtiroler Speisen, die nicht nur exzellent schmecken, sondern auch recht
bekömmlich sind. Neben den üblichen Getränken wurde Quellwasser
serviert, das vom Brunnen im Hof geholt wurde und von dem alle begeistert waren
(und so mancher mehrmals nachts mal raus musste). Nach dem Essen saßen
die TCM-ler noch länger bei angeregten Gesprächen zusammen. Es wurden
Anekdoten und Witze zum Besten gegeben, bis bei manch einem die Augendeckel
den Dienst versagten und sich die Reihen lichteten.
Am Sonntag neigte sich mit dem extrem guten Wetter auch die TCM-Skifahrt dem Ende zu. Je nach Wunsch wurde noch kürzer oder länger Ski gefahren und dann individuell der Heimweg angetreten. Jeder versicherte beim Abschied, dass dies die beste Skifahrt bisher war, weil einfach alles gepasst hat das Wetter, die Pisten, die Gegend, das Hotel, das Essen, die Homogenität der Gruppe und der Riesenspaß, den alle hatten. Alle bedankten sich bei Hermann Hoffmann für die großartige Organisation und dass er sich heuer doch noch überreden ließ, diesen Event der Superlative für uns durchzuführen.