Jugend-Tenniscamp
2006
Überhaupt nicht einfach hatte es Uli Kutscher mit
seiner Mädchengruppe, den "Bienen", die sich aber selbst den
phantasievollen Namen BBSMC gaben – was die Abkürzung sein
sollte für "Bienen-Ballsammler-Spaßmacher-Club".
Uli, der von ihnen gleich mit dem Titel "Bienen Ballsammler Spaßverderber"
belegt wurde, konnte die Mädchen mit ihren sprühenden Ideen kaum in
Zaum halten. Wenn sie einen zugespielten Ball im Kleinfeld nicht erwischten,
wussten sie gleich eine Ausrede, zum Beispiel "Ich war noch nicht bereit".
Wenn im Kleinfeld um Punkte gespielt wurde, wollten sie Rundlauf oder Hockey
spielen. Die Absperrungshütchen wurden kurzerhand zu Megaphonen umfunktioniert,
damit das ohnehin nervige, sich gegenseitig überbietende Geplapper und
Geschrei noch durchdringender tönte. Kurze Zeit später wurden die
Hütchen dann plötzlich als Kopfbedeckungen missbraucht. Besonders
hektisch wurde es, wenn die Jungs – Kevin, Max und Thomas – in die
Spiele mit einbezogen wurden. Dann hielten die Mädchen sofort fest zusammen
und feuerten Christina an, wenn sie es z.B. als einziges Mädchen in die
Endrunde gegen Kevin geschafft hatte. Jeder Punkt wurde auf der jeweiligen Seite
mit großer Begeisterung gefeiert.
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Wesentlich ruhiger ging es nebenan in Melanies Gruppe zu, wo der noch nicht so ballsichere Tennisnachwuchs sein spielerisches Training absolvierte. Katja, Thomas und Jeannette versuchten, die Bälle in abgegrenzte Platzsegmente zu spielen, was recht schwierig ist, wenn die Koordination von Körper Beinen, Armen und Schläger erst noch geübt werden muss. So mancher Ball landete auf dem Nebenplatz und Meli musste auch immer wieder um Aufmerksamkeit und Konzentration bitten – kein leichter Job.






Oben auf Platz 2 spielten die großen Jungs. Betreuer Tobi Paa konnte mit den teils versierten Jugend-Mannschaftsspielern interessante Spielzüge üben. Nach einem hoch zugespielten Ball rückten die Spieler beispielsweise ans Netz vor, wo sie den nächsten, halbhoch geschlagenen Ball "versenken" sollten. Obwohl sich Tobi voll einsetzte, konnte er die schon ganz schön hart geschlagenen Volleys oft nicht mehr erreichen. Das brachte natürlich eine Menge an Freude und Motivation für Florian, Stefan, Manuel und Rafael. Für gute Sprüche war Manuel zuständig, der den Mund auch während des Spielens kaum zubrachte.





Am zweiten Tag des dreitägigen Tenniscamps führten Uli, Melanie und Tobias die Übungen mit leicht gesteigerten Anforderungen weiter. Bei manch einem der Anfänger war gegenüber dem ersten Tag bereits ein deutlicher Fortschritt zu bemerken. Die doch recht komplizierten Regeln beim Doppel wurden ganz selbstverständlich eingehalten und ganz selten musste noch jemand darauf aufmerksam gemacht werden, dass man beispielsweise bei 30:40 auf der linken Seite aufschlägt. Wer mit Kevin spielte, wurde von seiner Begeisterung für das Tennisspiel angesteckt. Insgesamt war keinem die Müdigkeit des vorangegangenen anstrengenden Tages anzumerken und die Motivation war ungebrochen. Wenn sich erste Konzentrationsmängel bemerkbar machten, brauchten die Trainer nur eine andere Übung oder (noch besser) Feldhockey anzusetzen – und schon waren die Teilnehmer wieder voll und ganz auf dem Platz. Ein wichtiges Thema bei den Mädchen war die Frage, wer mit wem beim Zeltlager am Dienstag Abend in einem Zelt übernachten würde. Hier gab es schon das eine oder andere kleine "Drama" während die Zeltburgen aufgebaut wurden.
Als dann endlich die richtigen Paarungen für die Nacht gefunden waren, rückte auch schon Fred Hoffmann mit seinem Super-Grill an, der nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern und andere Gäste im Partyzelt mit leckerem Gegrillten versorgte. Langsam brach die Dämmerung herein und es wurde Zeit für das Lagerfeuer. Allen voran Kevin sorgte für eine sichere Feuerstelle, indem er mit der Schubkarre Abdecksteine für die Umrandung hertransportierte. Vorstand Michael Schweinberger hatte bereits Schindel- und Rundholz für ein riesiges Feuer herbeigeschafft. Als das Feuer endlich brannte, hieß es "Teig fassen" für das Stockbrot, das die Kinder im offenen Feuer backen durften. Diese waren mit Feuereifer dabei, obwohl das riesige Lagerfeuer eine solche Hitze verursachte, dass man höchstens auf zwei Meter heranrücken durfte, ohne um seine Haare bangen zu müssen. So manches Stockbrot geriet wegen der Ungeduld des "Bäckers" etwas zu dunkel. Aber es schmeckte den Kindern "riesig".





Anschließend rief Uli die größeren Kinder zur Video-Analyse, denn Sigi hatte tagsüber von jedem Teilnehmer Vorhand, Rückhand, Aufschlag und eine Spielkombination aufgezeichnet. Mit einem Super-Beamer, den Erich Geiger zur Verfügung stellte, war jedes Detail exakt zu erkennen, insbesondere wenn ein Schlag in Zeitlupe vorgeführt wurde. Den Lacher des Tages verursachte Julian, dessen Volley vom Schläger in sein Auge sprang (wobei glücklicherweise nichts Ernsthaftes passierte), was in Super-Slow-Motion mit Spannung verfolgt wurde. Überhaupt entwickelte sich die Analyse der Schläge eher zu einer unterhaltsamen Show, wo viel gelacht wurde über zugeworfene Bälle, die nicht sofort erwischt wurden oder über Körperhaltungen, die man als "nicht so gelungen" bezeichnen musste. Trotzdem erkannten die Spieler ihre Fehler und sahen an den Beispielen von Julia Gerstberger oder Florian Jäckle, wie die Schläge optimal ausgeführt werden. Inzwischen waren auch die jüngeren Teilnehmer und so manche Eltern auf der Empore des Clubheims erschienen, so dass der vergnügliche Teil der Videoaufzeichnungen gleich dort – und nicht wie vorgesehen im Freisitz bei Platz 3 – vorgeführt wurde. Am besten kam das Hockeyspiel an, bei dem der Kameramann zwar die wichtigsten Tore verpasste, aber dafür das Getümmle und Gewühle auf dem Spielfeld gut auf die "Mattscheibe" brachte. Der Ton musste etwas leiser gestellt werden, als Julia ins Hockey-Spiel eingriff. Sie schrie bei jedem Angriff derart laut und durchdringend, dass alles lachte und man sich die Ohren zuhalten musste.
Irgendwann gegen halb zwölf drängten Uli und Rudi dann die Kinder, ins Bett bzw. Zelt zu gehen. Rudi prüfte mehrfach die Zahl der teils bereits schlafenden Kinder, bis er endlich die richtige Anzahl beisammen hatte und beruhigt war. Irgendwann kehrte dann im Zeltlager Ruhe ein, höchstens der immer wieder einsetzende Regen prasselte lautstark auf die dünnen Zeltleinwände.
Am Mittwoch fand das Abschlussturnier statt, wo die größeren Kinder und Jugendlichen in zwei Gruppen Einzel "jeder gegen jeden" spielten. Die Bambini duften den Titel im Doppel mit ihren Partnern ausspielen. Dort setzten sich ziemlich deutlich Kevin Bernhard/Max Kuhnert vor Christina Belonic/Thomas Hagspiel durch, was mit der entsprechenden Begeisterung gefeiert und kommuniziert wurde. Bei den "Profis" gewann erwartungsgemäß Florian Jäckle den ersten Platz. Die große Überraschung lieferte Manuel Schneider, der sich mit unermüdlicher Laufarbeit und sicheren Bällen sogar gegen Mannschaftsspieler Stefan Schweinberger durchsetzen konnte und damit Zweiter wurde. Auf den dritten Platz kam dann Stefan vor Melanie Spitzhüttl, Raffael Wernicke und Julian Groitzsch. Julia Gerstberger konnte wegen Krankheit nicht teilnehmen.
Alles fieberte der abschließenden Siegerehrung entgegen, die Uli mit Unterstützung von Melanie und Tobi locker über die Bühne brachte. Er überreichte allen Teilnehmern des Merchinger Tenniscamps 2006 Urkunden. Gemäß der Reihenfolge des Abschneidens beim Abschlussturnier durften sie sich dann nette Preise aussuchen. Uli versäumte es nicht, sich bei allen Helfern zu bedanken – Siegi Kienle, Rita Gerstberger, Heidrun Rebitzer, Renate Schweinberger, Fred Hoffmann, Michael Schweinberger, Rudi Gerstberger, Sigi Baumüller (hier fehlen sicher noch einige weitere) – die wesentlich zum guten Gelingen des Tenniscamps beigetragen haben, sowie bei seinen Co-Trainern und schließlich den Teilnehmern selbst. Melanie Gerstberger sprach allen Beteiligten aus der Seele, als sie abschließend Uli Kutscher für das tolle Tenniscamp, seine unermüdliche Arbeit bei der Organisation, beim Training und bei der ziemlich aufreibenden Rundum-Betreuung der Kinder und Jugendlichen dankte.





