Vorbereitungswettkampf der Herren- gegen die Seniorenmannschaft

Es war im Prinzip wie bei einem der aktuellen Boxkämpfe: Im Vorfeld werden großartige "Attacken geritten" und Siegchancen diskutiert – und dann lief alles recht harmonisch und ohne größere Überraschungen ab.

Das herrliche Wetter und die damit verbundenen hohen Temperaturen bis knapp 30 Grad boten die einzig akzeptable "Ausrede" für die Senioren, obwohl sie im Spielmodus durch den Match-Tie-Break (der bei den Herren im Einzel ja nicht gespielt wird) keinesfalls benachteiligt wurden. Wenn das Ergebnis mit 7:2 für die erste Herrenmannschaft notiert wurde, dann lag dies nur daran, dass nicht genügend Spieler angetreten waren. So lieh man sich welche von den Herren50 aus, die auch bei der Herrenmannschaft gemeldet und spielberechtigt sind. Aber es war natürlich klar, dass die Senioren nicht die vorderen Positionen für die "Ausleihe" freigaben. Auf diese Weise kamen die Herren50 zu den beiden schmeichelhaften Punkten.

Sportlich war das also eine klare Sache – und jedes andere Ergebnis wäre eine Schande für die Herrenmannschaft gewesen. Uli Zimmermann an Position eins hatte es mit seinem Namensvetter Uli Kutscher zu tun und vor allem mit dessen unangenehmen Topspins. Optisch spielte er zwar ganz gut mit und brachte seinen jüngeren Gegner einige Male mit langen Bällen in Verlegenheit, aber dieser brauchte nicht mit voller Geschwindigkeit und somit mit weniger Risiko zu spielen, um am Ende ein klares 6:2, 6:2 für die Herren zu buchen.

Ähnlich erging es Sigi Baumüller, der sich immer wunderte, warum seine Bälle nicht dahin gingen, wohin sie geplant waren. Natürlich lag das am Top- und Sidespin von Hermann Kienles schnell geschlagenen Bällen. Nur wenn Hermann mal den "Dampf" herausnahm, gelang auch Sigi mal ein Treffer. Am Ende war er mit einem 2:6 und 3:6 ganz gut bedient.

Noch eine Stufe härter traf es Werner Rampp, der sich an Position drei mit Sven Kastner messen musste. Er sah sich ständig in der Defensive, denn Sven spielte sehr druckvoll und meist war schon der zweite oder dritte Ball eines Wechsels Endstation für Werner, weil er ihn einfach nicht mehr erlaufen konnte. Trotz vieler Eigenfehler gewann Sven ganz klar mit 6:1 und 6:0.

Hans Schulz hatte es mit Tobias Paa zu tun, der seinem Ruf als "Sandplatzwühler" voll gerecht wurde. Er brachte einfach jeden Ball zurück, den Hans dann durch Überwindung der Trägheit seines Körpergewichts erlaufen sollte. Das nahm ihm bald Luft und Lust und er kam über ein 1:6 und 1:6 nicht hinaus.

Erich Geiger trat gegen den an die Jungen ausgeliehenen Toni Geigl an – ein Match, das in der Vergangenheit immer recht knapp ausging. Vielleicht lag es an Tonis mangelnder Spielpraxis, vielleicht aber auch an Erichs verbessertem Spiel, jedenfalls konnte Erich beim 6:2, 6:1 den ersten Matchpunkt für die Senioren buchen. Wäre ein Mitglied der Herrenmannschaft für diese Position zur Verfügung gestanden, hätte es vielleicht anders ausgesehen, wer weiß.

Auch Siggi Heyne als neues Mitglied der Merchinger Senioren spielte gegen einen ausgeliehenen Spieler der Seniorenmannschaft: Günter Bund. Der stemmte sich einem leichten Sieg von Siggi vehement entgegen, verlor zwar den ersten Satz knapp mit 4:6, konnte aber den zweiten mit 6:2 klar für sich buchen. Den einzigen Match-Tie-Break des Tages gewann dann aber Siggi Heyne mit 10:1 und sicherte damit den Senioren den zweiten Punkt. Zwischendurch hatten die Zuschauer zwar den Eindruck, das Ergebnis würde verbal ermittelt werden, aber nach jeweils mehreren Minuten Pause zum Platzwechsel kamen die beiden Spieler doch immer mal wieder auf den Platz und spielten Tennis.

Nach der Kaffee- und Kuchenpause, die Nadine und Ingrid mit ihren leckeren Kuchen zum Erlebnis werden ließen, machte man sich an die Doppel. Inzwischen hatten die Herren die vollen sechs Mann aufgeboten, aber dafür fehlte den Senioren einer. Kurzfristig wurde Mark Königshofen zum Senior erklärt und für ein Match rekrutiert. Er spielt an Position zwei mit Sigi Baumüller gegen Uli Kutscher und Rudi Gerstberger. Zunächst sah es nach einem knappen Match aus, aber am Ende sorgten die Doppelstärke von Uli Kutscher und ein stabiles "Mitspielen" von Rudi für eine gewisse Überlegenheit, an der auch einige tolle Bälle von Mark nichts ändern konnten, und die "Jungen" gewannen mit 6:4 und 6:1.

Gut zusammen spielten auch die Kontrahenten vom Einzel, Siggi Heyne und Günter Bund. Gegen die harten Schläge von Hermann Kienle und Johannes Paa aber zogen sie beim 3:6 und 2:6 den Kürzeren. Ein Altersunterschied von ca. 35 Jahren ist einfach nicht zu kompensieren.

Das knappste Ergebnis lieferten Hans Schulz und Erich Geiger ab, die gegen Sven Kastner und Tobias Paa ein super Spiel lieferten. Lange Zeit war man gleichauf und erst der Tie-Break entschied den ersten Satz zu Gunsten der Herren. Dann kippte das Match und diese gewannen auch den zweiten etwas klarer mit 6:2.

Als Fazit konnte gezogen werden: Beide Mannschaften sind für die nächste Woche beginnende Saison gut gerüstet. Einige Mängel sind erkannt worden und es kann daran noch gearbeitet werden. Die Herchinger Herren sind den Senioren klar überlegen (alles andere wäre auch eine Schande). Man hatte einen harmonischen Nachmittag und Abend. Die oft zitierte Kluft zwischen den "Jungen" und "Alten" war kaum wahrnehmbar. Durch die Mithilfe einiger Spielerfrauen – an die ein ganz besonderer Dank geht – und das Zusammenhelfen der Spieler aus allen Altersklassen konnte aus der Saisonvorbereitung ein runder, harmonischer Tennistag realisiert werden.


Nadine und Sandra am GrillDiskussion der Ergebnissegemütliches Abendessen im ClubheimErgebnisse des Tages: Hunger und gute Gesichtsfarbe



Letzte Änderung: 29. April 2007